Breakfast for one

Hull sass ganz entspannt in seinem alten Lehnstuhl, den er von der Mutter seines Schwiegervaters geerbt hatte, und schaute sich vergnügt die Szene an, wie drei seiner Androiden wacker ans Werk gingen und seinen Frühstückstisch abräumten. Gut, normalerweise wäre das nicht der Rede wert gewesen, aber wir sollten doch in Betracht ziehen, dass Hulls Androiden … Weiterlesen Breakfast for one

Finding Everland

Da sass er mit seinen wenigen schlohweissen Strähnen, die vom fast kahlen Schädel bis zur Schulter herunterhingen. Sein Gesicht grau und zerfurcht, die Augen glasig, sein Mund trocken – ein Anblick wie eine Mumie. Das war gar nicht so schwer. Man braucht nur die aus dem Gleichgewicht geratene DNA-Homöostase zu stabilisieren. Mit drei verblüffend einfachen … Weiterlesen Finding Everland

Million Dollar Barbie

Ottokar Schlotterbeck sass an seinem Schreibtisch und sinnierte vor sich her. Versuchte zumindest die wirren Gedanken in seinem Kopf zu ordnen. Nun sein Schreibtisch war zugleich auch Küchentisch und Esstisch - sein Tisch für alle Fälle. Wir müssen uns Schlotterbeck leider als verarmten Schriftsteller vorstellen, der sein täglich Brötchen mühsam mit lokaljournalistischem Kleinkram verdiente. Und … Weiterlesen Million Dollar Barbie

Spezialoperation und Frieden

Doch. Das einzig Gute an der Sache war, dass diese verrückte Maschine wirklich funktionierte! Die Zeit konnte tatsächlich zurückgedreht werden, aber irgendwie auch – nicht. Wie bei den Labormäusen, die jünger wurden und trotzdem auf der gnadenlosen Zeitachse munter weiter vorwärts tänzelten. Und die kommende Generationen, bei Mäusen wie bei Menschen, von ewigem Leben träumen … Weiterlesen Spezialoperation und Frieden

Love store

Als Tom seine Wohnungstür öffnete und er sie auf einmal so ganz unvermittelt vor sich stehen sah, bekam die krumme Raumzeit tatsächlich einen zusätzlichen Knick, obwohl das eigentlich gar nicht möglich war. Ein nachtblauer Blitz, unsichtbar, und ein zuckersüsser Dur-Akkord, unhörbar, durchstreiften sein ruheloses Hirn, liessen ihn freudig und töricht aussehend dastehen. Er sagte nur: … Weiterlesen Love store

First Kontakt

Schlotti! Tom sprang auf und fuchtelte mit den Armen. Schlotterbeck blickte in seine Richtung und als er den Verrückten sah, wie er lächelnd herumzappelte, musste er selber lächeln. Schlotti! Schlotti! Komm rüber! Als Schlotterbeck bei Toms Tisch auf der Terrasse des Cafés ankam, war ihm nicht nur wohl ums Bauchfell. Alle Augen waren auf ihn … Weiterlesen First Kontakt

Ace in the Hull

Es klingelte. Tom lächelte. Vorfreude ist doch immer... Scheisse? Luca? He, Tom. Was ist denn das für eine Begrüssung. Mit dir hab ich nicht... Habe jemand anderes erwartet. So? Komm ich also ungelegen? Könnte man schon so sagen. Eigentlich. Ähm, Luca, du siehst immer beschissener aus. Hör mal... Ein Strich in der Landschaft. Ich puste … Weiterlesen Ace in the Hull

Imbranato

Paura di cadere ma voglia di volare La vita riavvolta Tutto questo è sfortunatamente troppo poco Il meno non è sempre il più Eternità e finitezza Combattono nella mia testa Ma io non sono nessuno Rimangono solo stupidi desideri Nostalgia senza parole Rimpianto senza parole Solo un dolore alle budella E risate insensate e sguaiate … Weiterlesen Imbranato

The Scheining

Und ich soll Sie also einfach nur Tom nennen? Ja, das ist perfekt. Hm, jeder hat doch einen Nachnamen, zum Zwecke besserer Erkennung. Ja, Sie meinen Tom Cruise und Tom Kaulitz? Ähm, ja, zum Beispiel. Okay, ich verzichte auf bessere Erkennung. Tom – und fertig. Äh... Also, Tom. Dann lassen Sie uns mal anfangen. Ottokar … Weiterlesen The Scheining

Die Mutter aller Ruinen

Tom ging scheinbar ziellos in der miefenden Wohnung herum, stöberte da und dort im Staub, fand aber nichts von Belang. Hm, es bleibt nicht viel von jemand, wenn er sich für immer davon gemacht hat. Eigentlich bleibt – nichts. Merkwürdig, dass das Haus, scheinbar dem Verfall preisgegeben, seit Jahren leer stand. Offensichtlich gab es Streit … Weiterlesen Die Mutter aller Ruinen

Spiel dir das Lied vom Tod

Schön, dass ihr beide noch mal hier seid. Ja, war ja auch lange Zeit weg. Kann man so sagen. Es... äh, fällt mir ein Stein vom, vom äh, du weisst schon... Dass du wieder da bist. Ich meine, dass du noch lebst. Das war nicht so klar, all die Jahre. Hm, sorry, Hull. Ich hätte … Weiterlesen Spiel dir das Lied vom Tod

Flucht aus der Karibik

Es klingelte. Luca erhob sich und ging zur Tür. Wer mochte das sein. Freunde besuchten ihn kaum. Dazu müsste er erstmal welche haben. Der Postbote? Hm, er hatte ja nichts bestellt. Als er die Tür öffnete und nach draussen blinzelte, hatte er keine Ahnung, wer da stehen würde. Tag wohl, Sie wün...schen...? Die Frau lächelte … Weiterlesen Flucht aus der Karibik

Pläne der Affen

Hull stand am Fenster und sah hinunter in das Gewühl der Leute. Sie gingen oder liefen hin und her. Die eine steuerte in jenen Laden, der andere in diese Kneipe. Eine homogene Masse ausgekochter Individualisten, die ihren merkwürdigen Zielen hartnäckig hinterher rannten. Was er da sah auf der Strasse, vier Stockwerke unter sich, war einfach … Weiterlesen Pläne der Affen

Tom – Das Original

Als Luca schliesslich nach Hause schlich, dämmerte bereits der Morgen. Er war nicht nur müde, er ging schon fast im Koma. Umso schwieriger war es für ihn jetzt noch die richtigen Schritte zu tun. Ja, Hull, auch das, dieses Nachhausestolpern, auch das ist Gegenwart, aber irgendwie nicht so, wie ich’s gern hätte. Gegenwart mit Einwand … Weiterlesen Tom – Das Original

Die Alten

Luca war gespannt auf die Begegnung mit dem Alten. Zehn Jahre sind eine Menge. Da kann Vertrautheit verloren gehen. Die Zeiten als man sich beinahe täglich traf, lagen noch einiges weiter zurück. Für ihn war der Alte wie ein Vater gewesen, einer der immer ein offenes Ohr hatte und von dem er eine Menge gelernt … Weiterlesen Die Alten

Der Skeptiker am Strand von Camogli

foto-stil

Er stand allein im groben Kies von Camogli. In einer Nacht im Februar, in horizontloser Dunkelheit. Natürlich war es kühl und doch war da eine Illusion von salztrunkener Wärme. So blieb er eine Weile stehen, fragte sich wie so oft, ob er das Richtige tat. Sehen konnte man beinahe nichts. Doch er hörte das Meer unablässig gegen das Ufer arbeiten. Helles Rauschen und dumpfes Steine Rollen wechselten sich immer wieder ab. Derweil fühlte er sich ein wenig schutzlos und doch auf eine seltsame Art geborgen; das kam ihm absurd vor. Er fühlte sich selbst als absurdes Wesen. Ihm war es, als sei er in den dunklen Magen eines gigantischen Tiers hinabgestiegen, vor sich nur noch tosende Verdauungssäfte.

Night – light – waves 1

Night – light – waves 2

Night – light – waves 3

Aber die Augen gewöhnten sich an die Nacht. Keine Sterne, kein Mond, keine Positionslichter von…

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Kein Klo im Klub

In der Halle tanzten wohl an die fünfhundert Leute ausgelassen zum angesagten Clubsound der Saison. Es klang wie das eintönige Mahlen eines Betonmischers, dem rhythmisches Stampfen mehrerer Automobilroboter unterlegt worden ist. Hier im fahlgrauen Scheinwerferlicht fühlte sich Fletcher wieder sicher. Das einzige, was er in diesem Club wirklich vermisste, war eine Bar, um sich einige … Weiterlesen Kein Klo im Klub

Telephon

Das sanfte Schrullern des Telefons katapultierte Achim aus seinen wunderbaren Tagträumen zurück in die winzige materielle Welt. So musste sich Luzifer beim Fall aus dem Himmel gefühlt haben. Unvermittelt sah er vor sich einen schmierigen Zettel liegen, worauf in krakeliger Schrift zu lesen war: Der Saitenmagier.  Eine Art Biographie über einen dens wirklich gab, aber … Weiterlesen Telephon

Transzendenz der Melancholie

foto-stil

Tauchen ist ein Sport in Schwerelosigkeit. Aber Abtauchen in ungeahnte Tiefen, in empfindliche Dunkelheit, in eine Welt der dreifachen Schwerkraft, ist etwas ganz anderes.

In dieser Tiefe stellen sich neue Fragen: Wie habe ich das bisher nur alles ausgehalten, das schreiende Licht, die zügellosen, grellen Geräusche, die Schnelllebigkeit, die flachen Witze, der öde Smalltalk, all das Makeup und falsche Lachen? Sicher diese Aufzählung gelingt auch beim Schnorcheln an der Oberfläche. Aber die absurde Störung der eignen Existenz durch den Normalbetrieb der Welt wird einem erst dann bewusst, wenn einem dieser Betrieb nicht mehr erreicht.

Man ahnt zwar, am tristen Meeresgrund kann man mangels Sauerstoff nicht zu lange bleiben. Doch die Vorstellung, einfach wieder aufzutauchen, wider diese unerbittliche Schwerkraft, diese Vorstellung lähmt.

Ein wenig Abtauchen – wieder auftauchen.

Ein normaler Rhythmus, der unterbrochen wird. Durch ein radikales, viel tieferes Niedersinken. Sich fallen zu lassen, die Kontrolle zu verlieren… Ist das…

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Stelser Zeitreise

Als ich endlich das grosse Scheunentor hinter mir schloss, es war schon später Nachmittag, da empfing mich eine unglaublich frische, ja kalte Bergluft. Ich blinzelte ins Licht und hörte nichts als sanften Wind. Ich liess mich von meinen Schritten leiten. Ein Ziel hatte ich nicht. Noch nicht.  Fog and snow in May, Stels 1 Fog … Weiterlesen Stelser Zeitreise