Der Skeptiker am Strand von Camogli

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Er stand allein im groben Kies von Camogli. In einer Nacht im Februar, in horizontloser Dunkelheit. Natürlich war es kühl und doch war da eine Illusion von salztrunkener Wärme. So blieb er eine Weile stehen, fragte sich wie so oft, ob er das Richtige tat. Sehen konnte man beinahe nichts. Doch er hörte das Meer unablässig gegen das Ufer arbeiten. Helles Rauschen und dumpfes Steine Rollen wechselten sich immer wieder ab. Derweil fühlte er sich ein wenig schutzlos und doch auf eine seltsame Art geborgen; das kam ihm absurd vor. Er fühlte sich selbst als absurdes Wesen. Ihm war es, als sei er in den dunklen Magen eines gigantischen Tiers hinabgestiegen, vor sich nur noch tosende Verdauungssäfte.

Night – light – waves 1

Night – light – waves 2

Night – light – waves 3

Aber die Augen gewöhnten sich an die Nacht. Keine Sterne, kein Mond, keine Positionslichter von…

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Transzendenz der Melancholie

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Tauchen ist ein Sport in Schwerelosigkeit. Aber Abtauchen in ungeahnte Tiefen, in empfindliche Dunkelheit, in eine Welt der dreifachen Schwerkraft, ist etwas ganz anderes.

In dieser Tiefe stellen sich neue Fragen: Wie habe ich das bisher nur alles ausgehalten, das schreiende Licht, die zügellosen, grellen Geräusche, die Schnelllebigkeit, die flachen Witze, der öde Smalltalk, all das Makeup und falsche Lachen? Sicher diese Aufzählung gelingt auch beim Schnorcheln an der Oberfläche. Aber die absurde Störung der eignen Existenz durch den Normalbetrieb der Welt wird einem erst dann bewusst, wenn einem dieser Betrieb nicht mehr erreicht.

Man ahnt zwar, am tristen Meeresgrund kann man mangels Sauerstoff nicht zu lange bleiben. Doch die Vorstellung, einfach wieder aufzutauchen, wider diese unerbittliche Schwerkraft, diese Vorstellung lähmt.

Ein wenig Abtauchen – wieder auftauchen.

Ein normaler Rhythmus, der unterbrochen wird. Durch ein radikales, viel tieferes Niedersinken. Sich fallen zu lassen, die Kontrolle zu verlieren… Ist das…

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Stelser Zeitreise

Als ich endlich das grosse Scheunentor hinter mir schloss, es war schon später Nachmittag, da empfing mich eine unglaublich frische, ja kalte Bergluft. Ich blinzelte ins Licht und hörte nichts als sanften Wind. Ich liess mich von meinen Schritten leiten. Ein Ziel hatte ich nicht. Noch nicht.  Fog and snow in May, Stels 1 Fog … Weiterlesen Stelser Zeitreise

Harry Potter and Hulls Chamber of Secrets

Aufwachen, Leute. Die dritte Staffel hat soeben begonnen. Wo sind wir denn? Nun, das sieht nach Hulls Café der verlorenen Jugend aus. Wo soll das bitte schön sein? Egal. Jemand stellt sich halt ein hübsch hergerichtetes Strandcafé vor, der alte Existenzialist eher eine düstere Hinterhofkneipe mit Zigarettenqualm und dauerndem Dröhnen der Lüftungsanlage des Kaufhauses nebenan. … Weiterlesen Harry Potter and Hulls Chamber of Secrets

Alles wird gut, wir brauchen keinen Zufall

Die Maschine, so haben wir es genannt, was genau ist mit diesem Bild gemeint? Hull wollte schon zu dozieren beginnen, aber dann schlurfte er nochmals durch seine Werkstatt, sein Blick schien etwas zu suchen und er seine Zuversicht zu verlieren. Da lagen Würfel auf dem Tisch, daneben ein Laptop und eine ziemlich teure Filmkamera. Ein … Weiterlesen Alles wird gut, wir brauchen keinen Zufall

Noch sind wir guten Mutes

Klar, um eine funktionierende Geschichte zu schreiben, fängt man flugs an deren Ende an und entwirft das Ganze rückwärts. Dazu braucht es keine Spiegelschrift oder sonstige besondere Fertigkeiten. Die Methode hat sich längst bewährt, bei dicken Romanen, vor allem auch beim Entwurf von Krimis. Was aber, wenn man das Ende noch gar nicht kennt? Und … Weiterlesen Noch sind wir guten Mutes