Der grosse Schwarze mit dem blonden Schuh

Vor allem zu Beginn meinten wohl manche Besucher in Hulls Labor eine bizarre Hybris der Protagonisten entdeckt zu haben. Sozusagen grössenwahnsinnige Welterklärungsversuche Halbgebildeter. Weit gefehlt, Luca, nicht wahr?

Jaha. Ich staune auch, wie leicht man missverstanden werden kann. Darum schreiben wohl immer mehr Leute, wenn sie nicht gleich mit der Tür ins Haus krachen aber auch nicht falsch verstanden werden wollen: Ironie on, nein vor allem Ironie off. Das heisst dann soviel wie: Du Dumpfbacke, checkst du’s jetzt und damit habe ich Genie fertig.

Hm, geht auch nicht, Ironie off. Aber was haben wir gemacht bis hier hin? Uns ein wenig unterhalten und die Wissenschaftsversteherszene und die Sinnsucherszene ein bisschen auf die Schippe genommen. Auch nicht gerade ein Leistungsausweis.

Was…? Für diese Geschichte warst du fünf Jahre im Koma und sieben Jahre im Knast, hast den gesamten Güterverkehr überwacht und millimetergenau ausgemessen und bist sogar durch ein fieses Wurmloch in Toms Paralleluniversum getigert. Nicht zu vergessen deine endlosen Würfelversuche und die Erfindung der besten Kartenspielertricks. Wenn das alles keine Leistung ist…

Ha, Luca. Ein bisschen Einsatz muss man schon zeigen, um sich selbst zu gefallen. Aber. Mein Schicksal ist das eine. Ich denke vielmehr an Lisa. Die Frau geht mir nicht aus dem Kopf.

Klar, meine Schwester ist… war ein, ähm, anmutiges Vögelchen. Kein Wunder hast du dich in sie verknallt.

Verknallt – das trifft es vielleicht… ähm, nicht.

Oder doch. Alle haben sich schliesslich in sie verknallt. Du, Tom und auch der andere Tom, der bescheuerte Schriftsteller.

Nun, ja, sie hatte was… Aber wir wissen bis heute nicht, was aus ihr geworden ist. Quirin Schmitz, der bekannte Investigativjournalist, mit dem ich ja auch Bekanntschaft… genossen habe, meinte damals, sie sei entweder in den Nahen Osten entführt worden und in einem Harem auf nimmer Wiedersehen verschwunden.

Oder?

Ja, oder sie sei den beiden Toms gefolgt und ebenfalls irgendwo mit ihnen verschwunden.

Die Toms sollen doch tot sein. Ich meine dafür hast du gesessen, oder hab ich da was nicht mitgekriegt?

Man hat ihre Leichen nie gefunden, schon vergessen?

Vergessen? Ich werde diese ganze Farce, all die Vorverurteilungen nie vergessen.

Wir könnten uns um Wiedergutmachung bemühen, Luca. Die sollen mir eine fette Entschädigung für diese sieben Jahre zahlen. Mit dem Geld richten wir uns ein neues Labor ein.

Hull, wie sollte das gelingen? Es gibt keine neuen Erkenntnisse zu diesem Fall.

Hm, also, was tun wir? Aufgeben?

Nein. Wir müssen Tom Ate, Tom Brunello und Lisa suchen und verdammt nochmal finden.

Okay, Luca, wo genau fangen wir an? Mit der Panflöte?

Pan… Hm…? Sprechen wir zuerst nochmal mit Schmitz, der hat vielleicht den Überblick.

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